Verhalten im Brandfall

Das richtige Verhalten bei einem Brandausbruch ist entscheidend für den Schutz von Menschen und Sachwerten. Allzu häufig wird die Feuerwehr erst nach misslungenen Löschversuchen alarmiert. Damit gehen kostbare Minuten verloren.
Verlassen Sie sich niemals darauf, dass bereits andere die Feuerwehr verständigt haben!


Bei Brandausbruch gilt der Grundsatz Alarmieren - Retten - Löschen!

MENSCHENRETTUNG GEHT VOR BRANDBEKÄMPFUNG!!!!

Es soll ruhig und überlegt vorgegangen werden, Panik ist zu vermeiden.

A L A R M I E R E N

  • Zuerst Feuerwehr alarmieren: Telefonnummer: - Notruf 112 -
    Diese Nummer gilt bundesweit und garantiert schnelle Hilfe in allen Notlagen. Denken Sie an die "4 W's":
    WER ruft an?
    WAS ist passiert?
    WO ist es passiert?
    WIEVIELE Verletzte gibt es?
    WARTEN auf Rückfragen des Feuerwehrbeamten und auf die Einsatzkräfte!
    Wichtig: Vor allem bei einem Anruf über "Handy" sind genaue Angaben nötig, da der Anruf nicht immer bei der örtlichen Leitstelle ankommt.
  • Gefährdete Personen und Hauszentrale sofort benachrichtigen

R E T T E N

  • Stellen Sie fest, ob Verletzte oder Behinderte aus dem Gefahrenbereich gebracht werden müssen.
  • Bringen Sie sich und Hilfsbedürftige (Kinder, alte Menschen, Kranke, Gehbehinderte) möglichst gleichzeitig mit der Alarmierung in Sicherheit.
  • Personen, deren Kleidung in Brand geraten ist, nicht fortlaufen lassen! Brennende Kleidung mit Hilfe von Decken oder anderen Kleidungsstücken (Wälzen am Boden) löschen.
  • Fenster und Türen schließen (Vermeiden der Brandausbreitung)
  • Brandstelle über Fluchtwege (Ausgänge, Treppen, Notausstiege) verlassen, keine Aufzüge benützen
  • Bei verrauchten Treppenhäusern und Korridoren im Zimmer bleiben, Türen abdichten und am geschlossenen Fenster auf die Feuerwehr warten

L Ö S C H E N

  • Brand mit den vorhandenen Mitteln bekämpfen (Handfeuerlöscher, Innenhydranten)
  • Brände von Öl oder Fett mit feuchtem Tuch zudecken
  • Bei brennenden elektrischen Geräten sofort Stecker ausziehen und abschalten
  • Eintreffende Feuerwehr einweisen

T I P P S

  • Wenn Sie durch ein Feuer laufen müssen, gehen Sie möglichst gebeugt und mit dem Kopf nach unten, damit Sie so wenig Rauch wie möglich einatmen
  • Nehmen Sie eine Taschemlampe auf den Fluchtweg mit, da bei Feuer normalerweise der Strom ausfällt
  • Schließen Sie die Türen hinter sich
  • Können Sie das Gebäude nicht verlassen, halten Sie sich nach Möglichkeit in einem Zimmer zur Straßenseite hin auf. Rufen Sie um Hilfe. Löschen Sie Funken mit feuchten Tüchern; Türritzen gegen das Eindringen von Rauchgas möglichst mit nassen Tüchern abdichten
  • Springen Sie nur aus dem Fenster, wenn es nicht anders möglich ist. Warten Sie bis Ihnen die Feuerwehr zur Hilfe kommt
  • Gehen Sie nie in ein brennendes Haus zurück, Sie gefährden sich und andere. Informieren Sie besser die Feuerwehr über die verbliebenen Personen im Haus
  • Sollte eine Person in Brand stehen, wickeln Sie diese in Decken und ersticken Sie das Feuer. Kühlen Sie die Person mit kaltem Wasser in der Dusche oder Badewanne (10-15 Minuten) ab, bis der Arzt eintrifft
  • Machen Sie auf sich aufmerksam (wenn möglich telefonieren)
Die Feuerwehr hilft Ihnen mit allen verfügbaren Mitteln und zwar durch:
  • Vordringen zu Ihrem Aufenthaltsraum
  • Freimachen des Fluchtweges
  • Rettung über Drehleiter oder Hubsteiger
  • Bereitstellung von Sprungtüchern oder Sprungkissen
  • Hubschrauberrettung vom Dach des brennenden Gebäudes

Löschen
Etwa die Hälfte aller gemeldeten Brandfälle werden noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr von Privatpersonen gelöscht. Kenntnisse in der Ersten Löschhilfe und der richtige Einsatz von Kleinlöschgeräten können in vielen Fällen das Entstehen von Großbränden verhindern.

Regeln für die Brandbekämpfung

  • Türen und Fenster des vom Brand betroffenen Raumes so lange geschlossen hal-ten, bis der Löschangriff nach ausreichender Bereitstellung von Löschgeräten und Löschmittel vorgenommen werden kann.
  • Beim Vorgehen in den Brandraum die Fenster im Stiegenhaus und gegebenenfalls in den vor dem Brandraum liegenden Räumen öffnen, damit die aus dem Brandraum strömenden Rauchgase ungehindert ins Freie abziehen können und das Stiegenhaus nicht verqualmt wird.
  • Tür zum Brandraum in gebückter Stellung und unter Ausnützung einer Deckung (Türblatt, angrenzende Mauer) öffnen.
  • Achtung: Gefahr durch Stichflammen!
  • In gebückter Haltung oder am Boden kriechend so nahe an den Brand heranarbeiten, dass dieser mit dem Löschstrahl sicher getroffen werden kann.
  • Beginn der Löscharbeit an der Stelle der größten Brandausbreitungsgefahr.
  • Löschwasserstrahl nur in die Glut, nicht in Flammen und Rauch richten!
  • Nur dann Wasser aufbringen, wenn der zu löschende Gegenstand gesehen werden kann.
  • Die Löschwasseraufbringung von Zeit zu Zeit unterbrechen, damit der Wasserdampf abziehen kann und die brennenden Gegenstände wieder sichtbar werden.
Verhinderung der Brandausbreitung:
Kann ein Brand mit den verfügbaren Löschgeräten nicht gelöscht werden, dann muss versucht werden, den Brand auf den Brandraum zu begrenzen.
  • Noch nicht vom Brand erfasste brennbare Gegenstände aus dem Brandraum entfernen
  • Wichtig: Beim Verlassen des Brandraumes Türen hinter sich schließen! Brandraum vor dem Eintreffen der Feuerwehr nicht belüften!
  • Türen im Brandabschnitt geschlossen halten, vor allem die Türen zum Stiegenhaus.
  • Klima- und Lüftungsanlagen abstellen, Brandschutzklappen schließen.
  • Zum Brandraum führende Gas- oder Ölleitungen absperren.
  • Behälter mit verdichteten oder brennbaren Gasen rechtzeitig ins Freie bringen, Voraussetzung ist, dass die erhitzte Oberfläche noch mit bloßen Händen befühlt werden kann.
  • Umgebung beobachten: Bei Funkenflug und Flugfeuer in gefährdeten Objekten sämtliche Öffnungen (Fenster, Türen, Dachbodenluken) schließen. Bei Gefährdung durch Funkenflug, Flugfeuer oder Wärmestrahlung gefährdete Bereiche nass halten.
Vorbereitung des Feuerwehreinsatzes
  • Einsatzkräfte bei der Hauptzufahrt erwarten und einweisen
  • Einfahrten und Eingänge öffnen
  • Rettungs- und Angriffswege freimachen
  • Unbeteiligte Personen (Fremde, Schaulustige) fernhalten
  • Einsatzkräfte beim Eintreffen informieren über:
    • Lage des Brandherdes
    • Eventuell vermisste Personen
    • Eventuell noch im Brandobjekt befindliche gehbehinderte Personen (Kranke, Kinder, alte Menschen)
    • Besondere Gefahren (Spraydosen, Druckgasflaschen, Chemikalien)
    • Bedrohte Tiere, besondere Sachwerte
  • Feuerwehr einweisen:
    • Steigleitungseinspeisungen,
    • Lage von Hydranten (besonders wichtig Unterflurhydranten),
    • sonstige Wasserentnahmestellen.
  • Sich der Feuerwehr zur Verfügung stellen;
  • Selbstschutzhelfer haben vor allem wichtige Orts- und Personenkenntnisse.

Überlegen Sie schon heute, wie Sie sich im Brandfall verhalten müssten - besser ist es aber, Brände zu verhüten!